Fragen zu Reifen für PKW, SUV & Transporter:

 

Reifen-Infos

Reifengröße

 

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Reifendruck

 

Reifenlagerung

 

Reifenaufbau

 

 

 


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1) Welche Reifen braucht mein Fahrzeug?


Um die optimale Größe der von Ihnen benötigten Reifen zu ermitteln, haben Sie zwei Möglichkeiten:

 

1.1) Fahrzeugschein


In der 2005 eingeführten Zulassungsbescheinigung ist unter den Punkten 15.1 und 15.2 die Reifendimension eingetragen. Diese muss jedoch nicht mit der tatsächlich montierten Reifengröße übereinstimmen. Da nur noch eine Reifendimension eingetragen werden kann, sind in vielen Fällen alternative Reifendimensionen zugelassen. Welche Alternativen möglich sind, steht ab sofort in der sogenannten CoC (EC Certification of Conformity, auf Deutsch: EG Übereinstimmungsbescheinigung). Sie erhalten das Dokument bei der Auslieferung Ihres Fahrzeugs vom Händler. In alten Fahrzeugscheinen sind die Reifengrößen unter 2.1 und 2.2 zu finden.

 

1.2) Seitenwandbeschriftung


Alternativ können Sie die Reifengröße auch auf der Seitenwandbeschriftung auf den zu ersetzenden Reifen ablesen. Bitte beachten Sie, dass es zwischen Sommer- und Winterreifen unterschiedliche Angaben geben kann.

 

 

2) Seitenwandbeschriftung – Was bedeutet was?


Seitenwandbeschriftung

Die Beschriftung von PKW-Reifen ist entsprechend der europäischen Vorschrift ECE-R 30 genormt. Auf der Seitenwand sind alle für den Autofahrer relevanten Informationen zusammengestellt. Eine gängige Größe in Deutschland ist z.B. 195/55 R16 87T.

 

Welche Nummer bedeutet was?


195, Reifenbreite: Den Anfang macht die Reifenbreite. Sie wird in Millimetern angegeben. In unserem Fall ist der Reifen 195 Millimeter breit.

 

/55, Querschnitt: An zweiter Stelle folgt das Höhen-Breiten-Verhältnis. Eine /50 bedeutet, dass der Reifen genau halb so hoch ist wie breit. Bei unserem Beispielreifen mit /55 ist etwas höher. Je kleiner die Nummer, desto flacher und sportlicher (aber auch unkomfortabler) der Reifen. Ein Porsche rollt z.B. auf 235/35er Pneus.

 

R, Reifenbauart: Der Buchstabe beschreibt die Reifenbauart. „R“ steht bei unserem Beispiel für Radial. Bei veralteten Diagonalreifen würde hier ein „D“ stehen. Das Kürzel „RF“ besitzen Run-Flat-Reifen mit speziellen Notlaufeigenschaften.

 

16, Felgendurchmesser:Diese Zahl steht für den Felgendurchmesser, in unserem Fall 16 Zoll. Die gängigsten Maße reichen heutzutage von 13 bis 20 Zoll.

 

87, Lastindex:Dieser Wert markiert den Lastindex und gibt an, wie viel Gewicht die Reifen aushalten. Er orientiert sich am Gewicht des Fahrzeugs. Die 87 gibt in unserem Beispiel an, dass ein Reifen bei einem Norm-Druck von 2,5 Bar 545 Kilogramm aushält. Die Skala reicht von 106 kg (Lastindex 30) bis 1030 kg (Lastindex 109).

 

T, Geschwindigkeitsindex:Dieser Kennbuchstabe gibt die zulässige Höchstgeschwindigkeit des Reifens an, in unserem Fall 190 km/h. Hier reicht die Skala von 80 km/h (Geschwindigkeitsindex F) bis über 240 km/h (Geschwindigkeitsindex ZR).

 

 

3) Reifenkennzeichnung


Neben den oben genannten allgemeinen Daten wie Breite oder Lastindex beschreibt eine weitere Kennzeichnung die individuellen Eigenschaften eines Reifens. Neben den bekannten Winter- und Sommerreifen gibt es dabei eine breite Auswahl an Reifen, die sich noch spezieller am jeweiligen Verwendungszweck orientieren. Die wichtigsten sind hier zusammengefasst:

 

M+S: Matsch- und Schneekennzeichnung bei Winterreifen

 

FR: Felgenrippe, Gummischutz an der äußeren Felgenkante

 

R, Retread: Runderneuerter Reifen

 

XL, Extra Load:Schwerlastreifen mit hoher Traglast

 

RFT, Run Flat Tyre:Reifen mit Notlaufeigenschaften

 

 

4) Reifenwechsel


Einen Stichtag zum Wechsel auf Sommer- beziehungsweise Winterreifen gibt es nicht. Als Faustregel gilt, dass Winterreifen im besten Fall von A wie Allerheiligen bis O wie Ostern auf dem Fahrzeug bleiben sollten. Von April bis Oktober ist dann wieder Sommer-Saison.

 

Auf diese Faustregel sollte man jedoch nicht blind vertrauen. Da es ja nach Region auch im April noch schneien kann, gilt es, trotzdem noch ein Auge auf die Witterung haben. Die Winterreifen das ganze Jahr über auf dem Fahrzeug zu lassen, ist zwar nicht strafbar, unter sieben Grad Celsius sind diese allerdings am effektivsten. Bei höheren Temperaturen verschleißen sie jedoch deutlich schneller. Wer dagegen bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte auf Sommerreifen unterwegs ist, dem droht ein Bußgeld und Punkte in Flensburg.

 

Beim Reifenwechsel sollte man zusätzlich beachten, regelmäßig die Vorder- mit den Hinterrädern zu tauschen. Die Seiten bleiben dabei gleich, lediglich die Achse wechselt. So tauscht der vordere linke Reifen die Position mit dem linkeren Hinterreifen. Dieser Radwechsel wird auf der anderen Seite ebenso vorgenommen. Das sorgt für eine gleichmäßigere Abnutzung und erhöht so die Lebensdauer der Reifen.

 

 

5) Profiltiefe


5.1) Welche Mindestprofiltiefe sollten meine Reifen haben?


Eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter ist in Europa gesetzlich vorgeschrieben. Es wird allerdings empfohlen, den Reifen schon bei Profilrillen unter 4 Millimeter auszutauschen. Schon bei diesem Wert nimmt die Nasshaftung der Reifen spürbar ab, da nicht mehr so viel Wasser verdrängt werden kann. Im Vergleich dazu beträgt die Profiltiefe bei Reifen ab Werk 8 bis 9 Millimeter.

 

Bei einer Profiltiefe unter 4 Millimeter gilt der Reifen z.B. in Österreich als Sommerreifen, daher können mit einer zu geringen Tiefe bei Winterreifen nicht alle Strecken befahren werden. Für eine optimale Fahrsicherheit sollten Sommerreifen bereits bei 3 Millimeter und Winterreifen bei 4 Millimeter gewechselt werden.

 

5.2) Wie kann ich die Profiltiefe meiner Reifen messen?


Ob ein Reifen bis zur gesetzlichen Mindestprofiltiefe abgefahren ist, kann auf drei Arten geprüft werden:

 

Profiltiefenmesser

Der Messschieber wird zwischen zwei Profiltiefen angesetzt und die Messstange bis auf den Profilgrund geschoben. Der Wert kann dann anhand der angebrachten Skala abgelesen werden.

 

Profiltiefe

Ein-Euro-Münze

Eine Ein-Euro-Münze hat einen 3 Millimeter breiten goldenen Rand. Halten Sie die Münze in die Vertiefung der Hauptprofilrillen in der Reifenmitte. Verschwindet der goldene Rand vollkommen beträgt Ihre Reifenprofiltiefe 3 Millimeter oder mehr.

 

Tread Wear Indicator (TWI)

Einen sogenannten Tread Wear Indicator besitzen heutzutage die meisten Reifen. Dabei handelt es sich um eine Reifenverschleißanzeige die zeigt, ob die erforderliche Mindestprofiltiefe unterschritten ist. Bei 1,6 Millimeter Restprofiltiefe bilden die Indikatoren im Profilgrund schmale durchgehende Stege. Die Lage der Indikatoren ist an den entsprechenden Stellen durch den Aufdruck TWI gekennzeichnet.

 

 

Zu Ihrer eigenen Sicherheit wird empfohlen, alle vier Wochen die Reifenprofiltiefe nachzumessen.

 

 

5.3) Sind alte Reifen ein Sicherheitsrisiko?


OEs gibt kein Gesetz, das ein Verfallsdatum für Reifen vorsieht. Ab einem Alter von sechs Jahren setzt jedoch der Reifenverschleiß ein: Der Gummi wird spröde, rissig und löst sich immer mehr ab. Die Tests von Dekra und ÖAMTS haben bewiesen, dass solche Autoreifen vor allem im Sommer schlecht abschneiden. Gerade auf der nassen Fahrbahn geht die Haftung extrem zurück, insbesondere beim Aquaplaning wird dann kein ausreichender Schutz mehr geboten. Es besteht also der direkte Zusammenhang zwischen dem Alter der Autoreifen und dem erhöhten Sicherheitsrisiko auf der Straße. Deshalb gilt die folgende Faustformel: 4x3x6. Das bedeutet, dass auf einem Fahrzeug stets 4 gleiche Reifen mit mindestens 3 Millimeter Profiltiefe und auf keinen Fall älter als 6 Jahre angebracht werden dürfen.

 

 

6) Reifendruck


6.1) Wie oft sollte ich den Reifendruck kontrollieren?

Reifendruck


Die meisten Reifenschäden entstehen durch einen zu geringen Reifenfülldruck. Folglich entstehen negative Auswirkungen auf die Fahrsicherheit und den Kraftstoffverbrauch. Empfohlen wird daher eine Kontrolle des Reifenfülldrucks in regelmäßigen Zeitabständen von ca. 2 Wochen. Um Beschädigungen optimal vorzubeugen, sollte bei besonderer Belastung wie lange Reisen oder schwerer Beladung eine zusätzliche Kontrolle erfolgen.

 

6.2) Wie finde ich den richtigen Reifendruck für meine Reifen?


Der vom Fahrzeughersteller empfohlene Reifendruck ist auf dem Etikett im Tankdeckel oder im Türrahmen des Fahrzeugs vermerkt. Diese Angaben beziehen sich jedoch auf die angegebene Serienbereifung. Bei einer abweichenden Bereifung entnehmen Sie den Wert am besten aus der Allgemeinen Betriebserlaubnis für die erworbenen Reifen. Alternativ finden Sie die empfohlenen Werte in der Bedienungsanleitung Ihres Fahrzeugs oder in einer Reifendrucktabelle des Fahrzeugherstellers. Die Continental AG stellt eine Reifenluftdrucktabelle mit rund 700 aktuellen Fahrzeugmodellen von 42 Herstellern zum Download zur Verfügung.

 

Um den Reifendruck Ihres Fahrzeugs zu überprüfen, drehen Sie zu allererst die Ventilkappe ab. Zur Regulierung des Luftdrucks benötigen Sie ein Luftdruckgerät, dessen Anschluss Sie auf das Ventil drücken. Erlischt das zischende Geräusch, ist das Gerät passend angebracht und Sie können den momentanen Druckwert ablesen. Stimmt dieser Wert mit der Empfehlung überein, muss keine Luft hinzugefügt werden. Ist er zu gering, kann dieser mit Hilfe des Pluszeichens erhöht werden. Wie die Reifen eines Autos können auch die Ventile altern, die im schlechten Zustand zum Druckverlust der Reifen führen können. Neue Ventile sind nicht nur in der Anschaffung kostengünstig, sondern wirken sich daneben besonders auf die eigene Sicherheit und einen geringeren Reifenverschleiß aus.

 

 

7) Tipps zur Reifenlagerung


Die richtige Lagerhaltung Ihrer Reifen ist unabdingbar, um Beschädigungen zu vermeiden. Lesen Sie unsere Tipps für die optimale Reifenlagerung:

 

  • Vor jeder Einlagerung sollten alle Reifen auf mögliche Schäden überprüft werden. Experten empfehlen zusätzlich die Profiltiefe zu messen, um direkt feststellen zu können, ob die gesetzliche Mindestprofiltiefe noch eingehalten wird.
  • Die Reifen sollten an einem kühlen und trockenen Ort möglichst dunkel gelagert werden, da der Gummi stärker durch Wärme, Feuchtigkeit und Sonneneinstrahlung altert.
  • Reifen ohne Felgen sollten stehend, Reifen mit Felgen liegen aufbewahrt werden. Dabei sollten Sie darauf achten, dass Berührungen mit Fett, Öl oder Benzin vermieden werden.
  • Während der Einlagerung verlieren die Reifen langsam an Druck, daher sollte man den Reifenfülldruck vor jeder Lagerung um 0,5 bar gegenüber der Herstellervorgabe erhöhen.
  • Vor dem Abmontieren sollte auf jedem Reifen die Position markiert werden, dazu eignet sich am besten Wachskreide, die nach erneutem Einsatz abgefahren wird.

 

 

8) Woraus bestehen eigentlich Reifen?


Reifen stellen die einzige Kontaktfläche zwischen dem Wagen und der Straße her. Um zu wissen, auf was genau wir da eigentlich vertrauen, richten wir einen genaueren Blick auf die Alleskönner aus Gummi.

 

Mehr als nur Gummi

Reifen bestehen nicht nur aus Gummi, sondern aus einer Vielzahl von Einzelteilen und Materialien, die den Reifen ihre speziellen Eigenschaften verleihen. Die Reifenherstellung ist ein komplexer Arbeitsprozess. Ein Reifen besteht aus rund 25 Bauteilen sowie aus verschiedenen Gummimischungen. Die Zutaten eines Reifens können je nach Einsatzzweck und Reifengröße variieren. Größtenteils bestehend Pneus aus Natur- und Synthesekautschuk.

 

Naturkautschuk wird aus dem Milchsaft des Kautschukbaumes gewonnen, welcher aus der Baumrinde freigesetzt wird. Synthesekautschuk wird dagegen künstlich hergestellt. Diese beiden Arten von Kautschuk tragen zur Gewinnung des Gummis bei. Zu einem großen Teil bestehen die Autoreifen zusätzlich aus Füllstoffen wie Ruß, Silicat und Kreide. Die Karkasse, ein Festigkeitsträger, besteht aus Gewebeschichten und ist das tragende Gerüst der Reifen. Chemische Zusätze, Öle als Weichmacher und Schwefel als Vulkanisierungsmittel geben den Rädern den Feinschliff.

 

 

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